Installation

OrbitHub auf dem Raspberry Pi installieren

Vom leeren Raspberry Pi bis zum ersten Satellitenüberflug

OrbitHub wurde für den selbst gehosteten Betrieb entwickelt und kann vollständig auf einem Raspberry Pi betrieben werden.

Diese Anleitung führt Schritt für Schritt durch die komplette Installation – von einem frisch eingerichteten Raspberry Pi OS über Docker bis zum ersten Aufruf von OrbitHub im Browser.

Vorkenntnisse mit Docker sind nicht erforderlich.

Was du benötigst

Für die Installation empfehlen wir:

  • Raspberry Pi 3B oder neuer
  • Raspberry Pi OS 64-Bit
  • microSD-Karte mit ausreichend freiem Speicher
  • Netzwerkverbindung per LAN oder WLAN
  • Internetzugang während der Installation
  • einen zweiten Computer, ein Tablet oder Smartphone zum Aufrufen der Weboberfläche

OrbitHub selbst läuft anschließend als Docker-Container auf dem Raspberry Pi.


1. Raspberry Pi OS installieren

Installiere zunächst ein aktuelles Raspberry Pi OS 64-Bit auf der microSD-Karte.

Am einfachsten geht dies mit dem Raspberry Pi Imager.

Während der Einrichtung empfiehlt es sich, bereits:

  • einen Benutzernamen und ein Passwort festzulegen,
  • WLAN zu konfigurieren, falls kein LAN verwendet wird,
  • SSH zu aktivieren,
  • einen eindeutigen Hostnamen für den Raspberry Pi festzulegen.

Anschließend die microSD-Karte in den Raspberry Pi einsetzen und das Gerät starten.


2. Mit dem Raspberry Pi verbinden

Wenn du direkt mit Bildschirm und Tastatur am Raspberry Pi arbeitest, öffne dort das Terminal.

Alternativ kannst du dich per SSH von einem anderen Computer verbinden.

Dafür benötigst du die IP-Adresse des Raspberry Pi.

Die aktuelle IP-Adresse kannst du auf dem Pi beispielsweise mit folgendem Befehl anzeigen:

hostname -I

Angenommen, dein Raspberry Pi hat die Adresse 192.168.178.71, kannst du dich von einem anderen Computer per SSH verbinden:

ssh BENUTZERNAME@192.168.178.71

BENUTZERNAME ersetzt du durch den bei der Einrichtung gewählten Benutzernamen.


3. Raspberry Pi aktualisieren

Vor der Installation sollte das Betriebssystem auf den aktuellen Stand gebracht werden:

sudo apt update
sudo apt full-upgrade -y

Anschließend empfiehlt sich ein Neustart:

sudo reboot

Nach dem Neustart gegebenenfalls erneut per SSH verbinden.


4. Git installieren

Git wird benötigt, um OrbitHub von GitHub herunterzuladen.

sudo apt install git -y

Anschließend prüfen:

git --version

Wird eine Versionsnummer angezeigt, ist Git einsatzbereit.


5. Docker installieren

OrbitHub läuft in einem Docker-Container. Dadurch sind die benötigten Komponenten sauber voneinander getrennt und die Installation lässt sich später einfach aktualisieren.

Für eine dauerhaft betriebene Installation würde ich Dockers offizielles APT-Repository verwenden und nicht das ebenfalls angebotene Convenience-Script. Docker selbst beschreibt dieses Script primär für Entwicklungs- und Testumgebungen.  

Zunächst die benötigten Pakete installieren:

sudo apt update
sudo apt install ca-certificates curl -y

Dann den Schlüssel für das offizielle Docker-Repository einrichten:

sudo install -m 0755 -d /etc/apt/keyrings
sudo curl -fsSL https://download.docker.com/linux/debian/gpg -o /etc/apt/keyrings/docker.asc
sudo chmod a+r /etc/apt/keyrings/docker.asc

Nun das Docker-Repository hinzufügen:

sudo tee /etc/apt/sources.list.d/docker.sources <<EOF
Types: deb
URIs: https://download.docker.com/linux/debian
Suites: $(. /etc/os-release && echo "$VERSION_CODENAME")
Components: stable
Architectures: $(dpkg --print-architecture)
Signed-By: /etc/apt/keyrings/docker.asc
EOF

Paketquellen aktualisieren:

sudo apt update

Docker Engine und Docker Compose installieren:

sudo apt install docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-buildx-plugin docker-compose-plugin -y

Diese Pakete entsprechen der aktuellen offiziellen Docker-Installation für Debian/ARM64.  


6. Docker überprüfen

Prüfe zunächst, ob Docker läuft:

sudo systemctl status docker

Dort sollte unter anderem stehen:

active (running)

Mit Q kannst du die Statusanzeige wieder verlassen.

Nun folgt ein Funktionstest:

sudo docker run hello-world

Docker lädt dabei einen kleinen Testcontainer herunter und führt ihn aus.

Erscheint:

Hello from Docker!

funktioniert Docker.

Docker empfiehlt diesen hello-world-Test selbst zur Überprüfung einer neuen Installation.  

Jetzt noch Docker Compose prüfen:

sudo docker compose version

Auch hier sollte eine Versionsnummer erscheinen.


7. Docker ohne sudo verwenden

Damit nicht vor jedem Docker-Befehl sudo eingegeben werden muss, kann dein Benutzer zur Docker-Gruppe hinzugefügt werden:

sudo usermod -aG docker $USER

Danach am einfachsten den Raspberry Pi neu starten:

sudo reboot

Anschließend wieder anmelden.

Jetzt sollte:

docker ps

ohne sudo funktionieren.

Hinweis: Die Mitgliedschaft in der Docker-Gruppe verleiht dem Benutzer weitreichende Rechte auf dem System. Docker weist darauf in seiner Dokumentation ausdrücklich hin.


8. OrbitHub herunterladen

Jetzt kommt OrbitHub auf den Raspberry Pi.

Wechsle zunächst in dein Home-Verzeichnis:

cd ~

Dann das OrbitHub-Repository klonen:

git clone https://github.com/OrbitHubApp/orbithub.git

Anschließend in das neue Verzeichnis wechseln:

cd orbithub

9. OrbitHub vorbereiten

Die Beispielkonfiguration für den Beobachtungsstandort kopieren:

cp data/observer-settings.example.json data/observer-settings.json

Du musst die Datei für den ersten Start nicht zwingend manuell bearbeiten.

Rufzeichen, QTH, Locator, Koordinaten, Höhe und weitere Einstellungen können später bequem über die OrbitHub-Weboberfläche eingerichtet werden.


10. OrbitHub starten

Jetzt wird OrbitHub gebaut und gestartet:

docker compose up -d --build

Beim ersten Start kann dies etwas dauern, da Docker zunächst die benötigten Komponenten herunterladen und das OrbitHub-Image erstellen muss.

Anschließend prüfen:

docker compose ps

Der OrbitHub-Container sollte als laufend angezeigt werden.


11. OrbitHub im Browser öffnen

Jetzt benötigst du wieder die IP-Adresse des Raspberry Pi:

hostname -I

Hat der Raspberry Pi beispielsweise die IP-Adresse:

192.168.178.71

öffnest du auf einem Computer, Tablet oder Smartphone im selben Netzwerk:

http://192.168.178.71:8765

Willkommen bei OrbitHub! 🛰️

Die Weboberfläche läuft nun auf deinem eigenen Raspberry Pi.


12. OrbitHub einrichten

Nach dem ersten Start solltest du zunächst die Einstellungen öffnen.

Dort hinterlegst du deinen Beobachtungsstandort, unter anderem:

  • Rufzeichen
  • QTH-Name
  • Maidenhead-Locator
  • geografische Koordinaten
  • Höhe des Standorts
  • Mindestelevation

Optional kannst du eine individuelle Horizontmaske konfigurieren, damit Gebäude, Bäume oder Gelände bei den Vorhersagen berücksichtigt werden.

Anschließend können die aktuellen Bahndaten geladen und die ersten Satellitenüberflüge berechnet werden.


OrbitHub aktualisieren

OrbitHub wird laufend weiterentwickelt.

Wenn eine neue Version verfügbar ist, wechselst du zunächst in das OrbitHub-Verzeichnis:

cd ~/orbithub

Die aktuelle Version von GitHub herunterladen:

git pull

Danach OrbitHub mit dem aktuellen Stand neu bauen und starten:

docker compose up -d --build

Nicht mehr benötigte alte Docker-Images können gelegentlich entfernt werden:

docker image prune

Bei der Rückfrage mit y bestätigen.


OrbitHub neu starten

Nur OrbitHub neu starten:

cd ~/orbithub
docker compose restart

OrbitHub stoppen

cd ~/orbithub
docker compose down

Wieder starten:

docker compose up -d

Status überprüfen

cd ~/orbithub
docker compose ps

Protokoll anzeigen

Falls OrbitHub nicht startet oder ein Fehler auftritt:

cd ~/orbithub
docker compose logs

Für eine laufende Anzeige:

docker compose logs -f

Die Ausgabe kann mit Ctrl+C beendet werden.


Raspberry Pi neu starten

Ein normaler Neustart des Raspberry Pi erfolgt mit:

sudo reboot

Docker startet auf Debian-basierten Systemen normalerweise als Systemdienst; die konkrete automatische Wiederaufnahme des OrbitHub-Containers nach einem Reboot hängt zusätzlich von der Restart-Konfiguration in der Compose-Datei ab.  


Geschafft!

OrbitHub läuft jetzt vollständig auf deiner eigenen Hardware.

Die Satellitenbahnen und Überflüge werden lokal für deinen Beobachtungsstandort berechnet. Der Raspberry Pi übernimmt damit die Rolle deines eigenen Satelliten-Orbit-Servers im lokalen Netzwerk.

73 und viel Spaß mit OrbitHub! 🛰️ Christian, DL7AG